Feminist Futures Festivalbericht Teil 1

„Wir sind sichtbar im Namen aller vergessenen Frauen.“

Ruhrjugend eröffnet das Feminist Futures Festival in der Zeche Zollverein

"Lasst uns voneinander kämpfen lernen!" Foto: ©2019 by brandfilme

„Als nicht-weisse, nicht-akademische Frauen waren wir lange unsichtbar. Und heute stehen wir hier und begrüßen euch. Als Aktivist*innen der Ruhrjugend, als Kanackfrauen und Kinder von Gastarbeiter*innen. Wir sind sichtbar im Namen aller vergessenen Frauen. Im Namen von Emine Bulut und im Namen Farkhundas. Wir waren zu lange ungehört, wurden zulange zerrieben zwischen bürgerlichen weissen Frauen, die unsere Stimme sein wollten und nicht-weissen Männern, die für uns sprachen - heute sind wir selbst laut! Laut für eine feministische Zukunft! Lasst uns einander zuhören und einander stärken! Lasst uns reflektieren, hinterfragen und verbessern! Lasst uns Kämpfe vereinen, statt sie zu vereinnahmen. Lasst uns voneinander kämpfen lernen! Für eine feministische Zukunft!“
„Hier und heute schaffen wir einen Raum, der über nationale, klassistische und rassistische Grenzen hinweg Feminist*innen zusammenbringt. Dieser Ort, diese Zeche ist Sinnbild für unsere Position in der Gesellschaft. Eine Sphäre der Männlichkeit einerseits. Ein Ort, den wir uns aneignen allein durch unsere Präsenz. Eine Sphäre der Lohnarbeit, ein Symbol unserer Klasse. Er symbolisiert die Gastarbeit, Einwanderung, Migration, vielleicht sogar Heimatlosigkeit. Und zugleich ist dieser Ort ein Teil Identifikation, ein Stück Zuhause mitten im Ruhrgebiet. Dieses Festival ist die einmalige Gelegenheit für uns alle, einen neuen intersektionalen und solidarischen feministischen Kampf zu organisieren. Und ja, wir wollen kämpfen. Wir wollen unsere Kämpfe nicht mehr diktieren lassen. Wir wollen eigenständig und eigenhändig kämpfen.“

Aus dem Inneren der Einwander*innen-Arbeiterklasse 

An diesem historischen Ort der Zeche Zollverein jene Stimmen zur Eröffnung des Feminist Futures Festivals erleben zu dürfen, die als Kinder von Arbeiter*innen und Gastarbeiter*innen im fossilen Kapitalismus und hier speziell im Steinkohlenbergbau einen besonderen Schwerpunkt in der antikapitalistischen Analyse eines

Kalligraphie im Ruhrgebiet

Feminismus repräsentieren, der gerade dabei ist, sich transnational zu formieren - das hat mich tatsächlich sehr gefreut. Ja, es hat mich gepackt, als sie plötzlich auf die noch leere Bühne sprangen, ihr Banner aufrollten „Rassismus tötet. Wir wehren uns!“ und ihre Stimmen erhoben. Stimmen und Präsenz von Menschen, die an der Front der Arbeit und Migration aufwuchsen. Die Aktivist*innen der Ruhrjugend repräsentieren beispielhaft die Bedeutung, die das Aufziehen der Kinder, die Haus- und Sorgearbeit-, die gesamte unbezahlte Reproduktions-arbeit für die Kapitalakkumulation und das Bruttosozialprodukt einer Gesellschaft haben. Dieser umfassende Bereich des Lebens, der es ihren Eltern und mehrheitlich den Vätern, den Arbeitern im Steinkohlebergbau, überhaupt erst ermöglichte, arbeiten zu gehen.

„Wir erkannten, dass diese Arbeit deshalb im Kapitalismus nicht bezahlt werden kann, da ansonsten das Akkumulationsmodell zusammenbrechen würde. Das heißt nicht, dass es überhaupt keinen Kapitalismus mehr geben würde, wie manche gedacht haben, nein, aber dass es auf jeden Fall viel zu teuer wäre, wenn alle Arbeit, die im Haushalt gemacht würde, bezahlt wird: Also Kinder gebären, großziehen, den Mann zu reproduzieren - wie es damals hieß -, Alte und Kranke versorgen. Wenn das alles Lohnarbeit wäre, die wie reguläre Lohnarbeit bezahlt werden müsse, dann wäre das kaum zu bezahlen und würde das ganze Modell des Kapitalismus grundsätzlich ändern.“

zitiert aus Maria Mies i.J. 2005 über die Subsistenzperspektive,  einen Begriff, den sie mit anderen Ökofeminist*innen in den 1970er Jahren mitgeprägt hatte. Transkribiert aus einem Video von Oliver Ressler.

Die Ruhrjugend hat mit ihrer authentischen und radikalen Eröffnungsrede aus dem Inneren der Einwanderer*innen-Arbeiterklasse heraus einen Punkt an den Anfang des Feminist Futures Festivals gesetzt, den wir bei aller nachfolgenden Kritik an einer insgesamt zu weissen akademischen Besetzung des Vorbereitungskreises des Festivals nicht vergessen dürfen.
Verhundertfachen wir doch einfach ihre Stimmen! Überbrücken wir doch unser quantitatives Manko - denn es hätten noch mehr, wie mir gesagt wurde, antirassistische und Schwarze Aktivist*innengruppen aus der BRD eingeladen werden müssen - und geben wir dem Auftritt der Ruhrjugend doch ein in diesem Sinne notwendiges qualitativ vielfaches Maß. „Als nicht-weisse, nicht-akademische Frauen* waren wir lange unsichtbar. Und heute stehen wir hier und begrüßen euch.“ Das ist mehr als die Minuten dieses Auftrittes. Es ist eine neue Präsenz, die den Anfang einer Wende hin zu viel mehr Migrant*innen in den inneren Kreisen unserer sozialen Bewegungen in der BRD bedeuten kann, der auch mit großem Beifall zur Eröffnung und einem überfüllten späteren Workshop der Ruhrjugend unter dem Titel: „Intersektionalisiert euch! Überforderte Linke: nicht-weiß, nicht-akademisch, nicht-links – was tun?“ beantwortet wurde. „Die Menschen sassen bis auf den Flur“ sagt eine von ihnen. Und auch mit diesem Workshop, den ich selber nicht besuchen konnte, haben sie einen Nerv getroffen.

Seit langem vermisse ich nicht-weisse und nicht-akademische Aktivist*innen in der BRD-Klimagerechtigkeitsbewegung. Ich vermisse sie als Mit-Organisator*innen, Sprecher*innen und Mit-Entscheider*innen. Wie oft höre ich: „Wir sind eine weiße Mittelklasse-Bewegung und müssen aus unserer Blase heraus.“ Sollten wir nicht diesem Problem intensiver nachgehen und dadurch auch eigene Sichtbarkeiten und festgelegte soziale Rollen innerhalb der Bewegung nach hinten stellen? Mit diesen und anderen Gedanken zu Widersprüchlichkeiten, die mich in der Klimagerechtigkeitsbewegung beschäftigen, fuhr ich zum Feminist Futures Festival. Ausgestattet mit meiner Videokamera und Tonaufnahmegerät, aufgeregt, weil ein für mich eher neues Umfeld und ahnend, dass es ein Arbeitsmarathon wird, das ich mal so zwischendurch einfüge. Das wurde es, und ich blieb alle vier Tage.

Die Sphäre des fossilen Kapitalismus feministisch beleben

Zeche Zollverein in Essen: Die Sphäre der Lohnarbeit feministisch beleben   Foto: ©2019 by brandfilme

 

„Eine fundamentale Umwälzung der Geschlechterverhältnisse würde den Kapitalismus im Mark treffen.“

So Barbara Fried vom Vorbereitungskreis in der nächsten Eröffnungsrede. Inspiriert u.a. von dem argentinischen Nationalen Frauen*treffen, das 2019 zum 34. Mal stattfindet und zu dem dieses Jahr mehr als 70.000 Frauen und Queers erwartet werden, haben die Rosa Luxemburg-Stiftung, das Konzeptwerk Neue Ökonomie und das Netzwerk Care Revolution das Feminist Futures Festival mit Teilnehmer*innen aus über 40 verschiedenen Ländern der Welt und ca. 1500 Besucher*innen ins Leben gerufen.

Eröffnungsveranstaltung im gefülltem Saal   Foto: ©2019 by brandfilme

 

 

„Was zur Zeit passiert, ist wirklich beeindruckend. So etwas habe ich in meinem Leben tatsächlich noch nicht erlebt. Die Massendimension und die politische Qualität der feministischen Bewegung, dieses neuen Feminismus auf der ganzen Welt ist absolut erstaunlich.“

Zitat Cinzia Arruzza über ihre Reisen zu internationalen Feministischen Treffen. Dabei geht es um eine antikapitalistische Schlagkraft, die Feminismus Zitat Barbara Fried: „als Gegenpol zum Angriff auf die Rechte von Frauen, Migrant*innen und LGBTIQs und vielen anderen“ in der Kombination mit „der ökonomischen Kritik an dem auf Geschlechtertrennung und geschlechtlichen Arbeitsteilung basierenden Kapitalismus“ in der Lage ist zu entfalten, so Barbara Fried weiter. Er zielt Zitat „auf das Ganze der Arbeit und hat somit auch das ganze Leben im Blick“.

„Wir wollen nicht mehr Frauen mit individueller Macht, wir wollen die Macht zurück zur Mehrheit der Menschen"

Zitat aus dem Videointerview mit Cinzia Arruzza. Sie ist Philosophin an der New School of Social Research in New York und Co-Autorin des Buches und Manifestos „Feminismus für die 99%“ (in der dt. Übersetzung im Verlag Matthes & Seitz, Berlin)

Sie gibt uns in diesem Interview eine vertiefende und auf die heutige Zeit bezogene Erklärung zur ökonomischen Analyse der reproduktiven Arbeit, spricht über die Fähigkeit des Feminismus unterschiedliche Kämpfe zu vereinen, über die Frage nach einem Klassencharakter sozialer Bewegungen, was einen neuen Ansatz, die jeweiligen Kämpfe auch in Bezug auf die Konzeption von Strategien zu analysieren und zu verstehen. Sie spricht über die besondere Bedeutung der indigenen Kämpfe für die Umweltbewegung, über die Rolle von Männern in der Bewegung und darüber wie Feminismus sich verändert hat. Zitat: „…weniger normativ, viel offener für die verschiedenen Arten und Weisen, wie Subjektivitäten eine Rolle spielen“. Sie spricht über Feminismus als trans-feministische Bewegung, die Bedeutung der Vereinigung von Frauenstreik und Arbeitsstreik, über die Überwindung der Trennung von Theorie und Praxis und zu guter Letzt natürlich von der Ablehnung eines Feminismus der für Chancengleichheit in der Herrschaft kämpft „equal opportunity in domination“, der eben kein Problem mit Ausbeutung hat.

 

Sieh das Interview (38 min) auf Vimeo. Eine Übersetzung ins deutsche wird später folgen. (Jede Hilfe, von der Transkription zur Übersetzung bis zum Erstellen von SRT-Untertiteldateien wird gerne angenommen.)

Eine feministische Basis

Vielleicht, so denke ich, rührt daher auch der befreiende Charakter dieser feministischen Bewegung. „Das ganze Leben im Blick“. Dieser zeigte sich zum Abschluss des Festivals und in Bezug auf eine in meinen Augen notwendigerweise unbedingt offene und streitbare kommunikative Praxis einer sozialen Bewegung konkret in der Kritikfähigkeit der Veranstalter*innen. Die Kritik lautete verkürzt: Zu weiss, zu akademisch, zu sehr Mittelklasse.
Die Gruppe der Brückenbauer*innen hatte es zur Eröffnung des Festivals bereits formuliert: Sie wollten als Gruppe des Vorbereitungskreises verhindern, dass die Perspektiven von Schwarzen Frauen*, migrantischen Frauen* und Frauen* of Colour, Feminist*innen aus der Armuts- und Arbeiter*innenklasse, Queers, Queers of Colour, Trans- oder erwerbslose Aktivist*innen hinter denen weißer, bürgerlicher Mittelklassefeminist*innen, Akademiker*innen und Erb*innen zurücktreten.

Der Vorbereitungskreis sellt sich vor   Foto: ©2019 by brandfilme 2019

Und Francis speziell legte Wert auf die Präsenz von

Zitat: „Arbeiter*innenkindern, Feminist*innen aus Armuts- oder Arbeiter*innenkontexten, Prololesben, Leute die in Gewerkschaften aktiv sind. Und ich fand das garnicht so einfach und ich würde euch gerne auffordern im Laufe des Festivals selbstkritisch zu überlegen, inwieweit das eigentlich gelungen ist“.

Erfahrene Moderator*in für Großveranstaltungen Jutta  Foto: ©2019 by brandfilme 2019

Der Boden für eine selbstkritische Auseinandersetzung war gelegt und auch wenn es noch nicht richtig gelungen ist: Dass jegliche Befreiung von Teilung, Trennung und Diskriminierung auch in der Betrachtung möglicher eigenen Teilhabe im Fokus liegt, ich habe diesen Eindruck trotz Scheitern und Verfehlen gewonnen. Die ständige Überprüfung möglicher eigener Vorurteile und Prägungen sowie der eigenen Motive, warum und wofür ich etwas mache ist mir ein ohnehin verläßliches Werkzeug. Die Kritik wurde zum Abschluss zuerst auf die Bühne gebracht und dann von den beiden Moderator*innen Britta und Jutta in einer Gesamtrunde mit spontanen Redebeiträgen hervorgeholt.

Es entstand dabei eine Offenheit, die die Entwicklung zu einer vielleicht wirklich großen Bewegung, die in der Lage ist, mit all den Widersprüchen umzugehen, braucht. Feminismus sollte eigentlich die Basis und nicht ein Teil jeder sozialen Bewegung sein, wird mir in diesen Tagen klar, da es scheint, als sei hier ein gegenseitiges Versprechen zu einem ehrlicheren kollektiven Herangehen im Raum. Eine feministische Grundlage wäre vielleicht die Lösung gegen die immer wieder sich einschleichenden patriarchalen Muster in sozialen Bewegungen, die trennen, teilen, ausschließen und Wettbewerbe um soziale Anerkennungen fördern. Da ist dann insgesamt einfach mehr diffuse Angst in der Luft. Wo sich soziale Verhaltensweisen entwickeln, die Menschen, die gerne dazukommen würden, daran hindern oder sie sich „verabschieden aus geteilten Räumen“, wie Atlanta von den Brückenbauer*innen es formulierte. Das stets kritikfähige Kollektiv ist also ein Muß. Das es das hier gab, hat mir Mut gemacht und auch mich gestärkt.

Zitat: „Ich will den Gästen, den Referent*innen danke sagen, die aus dem Ausland hergekommen sind, den Weg und die Strapazen auf sich genommen haben, hierher zu kommen, um ihre Kämpfe und Strategien vorzustellen, so dass wir uns vernetzen können. Bei mir macht sich so ein kleiner Abschiedsschmerz schon breit, weil ich denke, das war viel zu kurz und ich habe ein ganz großes Bedürfnis da nochmal mehr mitzukriegen und tatsächlich über konkrete nächste Schritte nachzudenken, wie wir transnational zusammenarbeiten können, wo natürlich diese 2,3,4 Tage viel zu kurz waren.“

Als Vorschau auf die nächsten Beiträge, in denen es um die vielen Beiträge vor allem der internationalen Refernt*innen geht schließe ich Teil 1 meines Berichtes mit diesem kurzen emotionalen Wortbeitrag einer Teilnehmer*in der der Abschlussveranstaltung. Dieser Abschluss wird im letzten Teil dieses Berichtes genauer betrachtet.

Mails aus Borneo: „In Sumatra sind sogar in Palembang 76.000 Opfer“

„Jetzt gibt es riesige Proteste in Indonesien, die fordern dass die Regierung zurücktritt. Es ist mittlerweile der Regierung bekannt, das sämtliche Feuer von Unternehmen gelegt werden, aber die Namen der Firmen will die Regierung nicht preisgeben, das sorgt für riesigen Aufruhr. Tausende Studenten sind auf dem Weg in die Hauptstadt. Und vor allem weil das Anti-Korruptions-Ministerium außer Kraft gesetzt wurde.

Palangkaraya, 19. September 2019. ES PASSIERT WIEDER. Die Rauchschleier-Tragödie des Mega-Feuers 2015, bei der die Umgebung gelb wurde, könnte sich wiederholen. LAPAN Satellitendaten zeigen vom 12. bis 19. September 17.997 aktive Hotspots in allen Provinzen von Kalimantan. Der Indonesische Nationale Rat für Katastrophenmanagement (BNPB) hat festgestellt, dass 2019 in Indonesien mindestens 328.724 ha Land verbrannt werden. Seit den ersten Mega-Feuern von 1983 brannten in Borneo rund 7 Millionen Hektar Wald. Die wiederkehrenden Brände sind das Vermächtnis von 50 Jahren Entwaldung in Borneo (CIFOR). Torffeuer setzen Feinstaub (PM2,5) frei, schädliche Schadstoffe, die kleiner als Staub sind und klein genug, um in die Lunge und den Blutkreislauf zu gelangen. PM 2.5 Inhalation über einen langen Zeitraum führt zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen; URI, Durchfall und sogar NASOPHARYNX Krebs. 10.000 Menschen in jeder Provinz von Kalimantan sind von einer Infektion der oberen Atemwege betroffen:“

Mails aus Borneo: „BORNEO BRENNT!“

Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Ranu Walum Foundation

Diese Mail erreichte mich heute aus Indonesien, Borneo (Kalimantan):

„Eine Freundin von mir hat Aufnahmen in Borneo gemacht, ist aber schon nach einer Woche zurück, weil sie auch lungenkrank geworden ist. Das gleiche passiert in Sumatra und die Regierung schweigt und schickt keine Hilfe und es gibt jetzt die ersten großen Proteste deswegen in Jakarta. Sämtliche Flüge nach und von Borneo gestrichen. Die Leute brauchen dringend Masken, damit sie überleben können. Dafür sammeln jetzt Dayakorganisationen Geld, sonst ersticken da alle:“

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung der Ranu Walum Foundation

AUFRUF ZU KONKRETER AKTION!

http://www.ranuwelum.org/news/urgent-action-is-needed-now

Während wir unsere vier Unterkünfte in Palangka Raya für die Öffentlichkeit öffnen, gehen wir jeden Tag in Gebiete außerhalb der Hauptstadt Palangkaraya in Zentralkalimantan, diese Gebiete sind so stark von der Dunstbildung durch Waldbrände betroffen, aber nicht jeder hat Zugang zum Gesundheitsschutz und auch nicht zum Kauf geeigneter Masken. Die Luftqualität ist äußerst schlecht, aber nicht alle Menschen benutzen die richtige Maske, um sich selbst zu schützen, deshalb müssen wir, die die Möglichkeit dazu haben, #act2give, – die Masken, die wir von den Spenden erhalten haben, verteilen.

2322 Hotspots:

http://modis-catalog.lapan.go.id/monitoring/

Wir brauchen wirklich Tausende von N95-Masken, Milch, Vitamine für die Menschen hier. Wenn du hier spenden möchtest, ist der Link http://www.ranuwelum.org/donate

Oder wenn Sie mit uns persönlich darüber sprechen möchten, wie Sie sich an dieser Arbeit beteiligen können, kontaktieren Sie mich bitte, ich bin der Koordinator des Jugendgesetzes. Hier ist meine Nummer +6289623741236

Mit Partnerschaft und Zusammenarbeit ist alles möglich. Dies ist die beste Zeit zum Geben, denn wir kämpfen nicht nur für die DAYAKS oder KALIMANTAN, sondern für diesen Planeten, für uns alle!

Bitte teilen Sie diese Nachricht.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

 

Lehrer und Unterstützer – ein Gedicht von Amir Mortasawi

(25.7.2019)

Im alltäglichen Kampf gegen den Kapitalismus

als eine Lebensweise im weitesten Sinne

mit einer erbärmlichen Betrachtung des Daseins

und einer verkümmerten Bedeutung der Liebe

habe ich besondere Lehrer und Unterstützer:

Das Storchenpaar auf der anderen Seite der Fulda

in seinem Nest auf dem hohen Gestell

die grauen Jungschwäne am Breitenbacher See

die Fischreiher auf den Fuldawiesen

die Obstbäume am Rande der Fahrradwege

die Wiesen mit ihrer Blütenpracht

die Kornfelder und Kleingärten

Menschen, die ich therapeutisch begleite

und Kinder mit ihren blühenden Phantasien

https://amirmortasawi.wordpress.com/

 

Minerva Cuevas zu Gast in Düsseldorf

©Minerva Cuevas

Auf der Alle Dörfer bleiben-Demo im Juni im Rheinischen Braunkohlenrevier lernte ich Minerva Cuevas aus Mexiko City kennen. Sie ist zur Zeit als Atelierstipendiatin in Mönchengladbach und ich besuchte sie in ihrem Studio. Erst da realisierte ich, wie umfassend und beeindruckend ihr politisches und künstlerisches Werk ist. Grafiken, Malerei, Video und Installationen: Jedem ihrer Werke wohnt ein tiefer und unmittelbarer Ausdruck sozialer Kritik inne, der die Schicht des Unwissens auf der high- definition-Oberfläche der Warenwelten aufreißt und messerscharf an die Gewalt im Produktionsablauf dieser Produkte erinnert. Dabei scheint sie mit gestalterischer Leichtigkeit vorzugehen, aber vor allem: mit großer künstlerischer Kraft.  Ich freue mich, dass sie am 7.8. einen Abend lang im Kulturcafé Solaris über ihr Werk berichten wird.

Eine mail aus Hamburg nach einem BRAND II Abend

Es war ein super Abend: der Film ist großartig (andere sagten auch “ anstrengend aber im positiven Sinn“, „sehr einnehmend“, “ unglaublich viele Perspektiven aufzeigend“, „dicht dran“, “ hat mich betroffen und wütend zugleich gemacht“ usw. usw. Einer sagte auch „Brand I fand ich besser, hier war für meinen Geschmack zu viel Kirche und Heimatmuseum drin. Trotzdem super Film“  …. Ich selbst fand ihn enorm gut gemacht, dieser Wechsel zwischen Input-Szenen und Landschaft, persönlichen Zugängen und Wissenschaft… Auf jeden Fall so, dass ich ihn nochmal gucken will irgendwann! Und ich bin schwer beeindruckt über den Aufwand, den Du da getrieben hast. Hammer.

Foto: im Hausmuseum Otzenrath Hochneukirch von Inge Broska

 

CO2-Reduktion, „Netto-Null“ und die grünen „Opportunities“

Kritischer 3sat-nano-Beitrag zu CO2-Kompensationen

Hier ansehen

Heute müssen wir aufmerksam verfolgen, welche Maßnahmen unter dem Oberbegriff Klimaschutz festgelegt werden, wie die Projekte also genau aussehen, die in die konkrete Realität hinein umgesetzt werden: In BRAND I erklärt die Biologin Jutta Kill das Prinzip der Kompensation und spricht vom „Vermächtnis des Kyotoprotokolls“, welches eine grundlegende Bedeutung für den heutigen Klimaschutz hat.

Das Kyotoprotokoll führte 1997 das Kompensationsprinzip als Basis für den internationalen Klimaschutz ein: CO2-Zertifikate und CO2-Verschmutzungsrechte wurden in ein hochkomplexes System von Projekten, die der Erstellung dieser Gutschriften dienen und in deren Rahmen es vor allem im globalen Süden zu neuen sozialen Ungerechtigkeiten und auch Landnahmen kam, eingegliedert. In den letzten 20 Jahren wurde das Prinzip immer weiter diversifiziert, es entstanden Biodiversitätszerstörungsgutschriften und auch statt der eigentlich notwendigen Erneuerung der Landwirtschaft z.B. die „Climate Smart Agriculture“ als eine Maßnahme, die Kleinbauern in Afrika zu Carbon-Tradern mit ihrem eigenen Land machen soll. Großen Lebensmittelkonzernen, die diese Projekte unterstützen, wird damit die neue, aktuell zu beobachtende „Ergrünung“ ermöglicht.

Nur wenige, darunter Jutta Kill, haben von Beginn an diese Entwicklung kritisch und mahnend verfolgt.

Am 3. Juni wurde auf  3sat ein sehr guter Beitrag über die inzwischen in weiten Bereichen des Klimschutzes zum Standard werdenden CO2-Kompensationen ausgestrahlt, in der u.a. Jutta Kill zu Wort kommt. Unbedingt ansehen und weiterempfehlen.

Für eine rebellische Stadt – Agentur für urbane Unordnung Demo am 30.4.19 in Düsseldorf

brandfilme hat am 30.4. für ein Video zur Demo „Für eine rebellische Stadt“ gefilmt und einige Gespräche geführt. Aktive der Agentur für urbane Unordnung, der Kiefernstrasse, des AK47, der Brause und ein Brief aus dem AZ in Köln äußern sich zu Gentrifizierung und Mitbestimmung im Wohnungsbau. Die Musik der Demo kam vom Tiefschwarz Kollektiv.

auf vimeo ansehen

Schattenblick – RAUB/1180: Kohlestrom und Klima – das ist kein Spiel … (SB)

Bild © Gabor Fekete

Zum Artikel bei Schattenblick

ZUM “KOHLEKOMPROMISS”:
„…indem man sich gar nicht erst eingesteht, daß die Industriestaaten eine Bringschuld gegenüber den Ländern des Globalen Südens haben. Gerade das Beispiel der rohstoffarmen Bundesrepublik zeigt, daß das Erreichte keineswegs nur auf der eigenen Hände Arbeit beruht, sondern mit Hilfe eines neokolonialistischen Welthandels erwirtschaftet wurde, der den Bevölkerungen der ressourcenproduzierenden Regionen nur einen Bruchteil dessen läßt, woraus hierzulande die stoffliche Basis industrieller Wertschöpfung gebildet wird. So erfolgte das Ende der Steinkohleproduktion nicht etwa aufgrund klimapolitischer Notwendigkeit, sondern wirtschaftlicher Erwägungen – Steinkohle wird in anderen Ländern so billig gefördert, daß sogar der Transport rund um die halbe Erde noch kostengünstiger ist, als den fossilen Brennstoff wie bisher aus dem eigenen Boden zu holen….“