Lehrer und Unterstützer – ein Gedicht von Amir Mortasawi

(25.7.2019)

Im alltäglichen Kampf gegen den Kapitalismus

als eine Lebensweise im weitesten Sinne

mit einer erbärmlichen Betrachtung des Daseins

und einer verkümmerten Bedeutung der Liebe

habe ich besondere Lehrer und Unterstützer:

Das Storchenpaar auf der anderen Seite der Fulda

in seinem Nest auf dem hohen Gestell

die grauen Jungschwäne am Breitenbacher See

die Fischreiher auf den Fuldawiesen

die Obstbäume am Rande der Fahrradwege

die Wiesen mit ihrer Blütenpracht

die Kornfelder und Kleingärten

Menschen, die ich therapeutisch begleite

und Kinder mit ihren blühenden Phantasien

https://amirmortasawi.wordpress.com/

 

Minerva Cuevas zu Gast in Düsseldorf

©Minerva Cuevas

Auf der Alle Dörfer bleiben-Demo im Juni im Rheinischen Braunkohlenrevier lernte ich Minerva Cuevas aus Mexiko City kennen. Sie ist zur Zeit als Atelierstipendiatin in Mönchengladbach und ich besuchte sie in ihrem Studio. Erst da realisierte ich, wie umfassend und beeindruckend ihr politisches und künstlerisches Werk ist. Grafiken, Malerei, Video und Installationen: Jedem ihrer Werke wohnt ein tiefer und unmittelbarer Ausdruck sozialer Kritik inne, der die Schicht des Unwissens auf der high- definition-Oberfläche der Warenwelten aufreißt und messerscharf an die Gewalt im Produktionsablauf dieser Produkte erinnert. Dabei scheint sie mit gestalterischer Leichtigkeit vorzugehen, aber vor allem: mit großer künstlerischer Kraft.  Ich freue mich, dass sie am 7.8. einen Abend lang im Kulturcafé Solaris über ihr Werk berichten wird.

Eine mail aus Hamburg nach einem BRAND II Abend

Es war ein super Abend: der Film ist großartig (andere sagten auch “ anstrengend aber im positiven Sinn“, „sehr einnehmend“, “ unglaublich viele Perspektiven aufzeigend“, „dicht dran“, “ hat mich betroffen und wütend zugleich gemacht“ usw. usw. Einer sagte auch „Brand I fand ich besser, hier war für meinen Geschmack zu viel Kirche und Heimatmuseum drin. Trotzdem super Film“  …. Ich selbst fand ihn enorm gut gemacht, dieser Wechsel zwischen Input-Szenen und Landschaft, persönlichen Zugängen und Wissenschaft… Auf jeden Fall so, dass ich ihn nochmal gucken will irgendwann! Und ich bin schwer beeindruckt über den Aufwand, den Du da getrieben hast. Hammer.

Foto: im Hausmuseum Otzenrath Hochneukirch von Inge Broska

 

CO2-Reduktion, „Netto-Null“ und die grünen „Opportunities“

Kritischer 3sat-nano-Beitrag zu CO2-Kompensationen

Hier ansehen

Heute müssen wir aufmerksam verfolgen, welche Maßnahmen unter dem Oberbegriff Klimaschutz festgelegt werden, wie die Projekte also genau aussehen, die in die konkrete Realität hinein umgesetzt werden: In BRAND I erklärt die Biologin Jutta Kill das Prinzip der Kompensation und spricht vom „Vermächtnis des Kyotoprotokolls“, welches eine grundlegende Bedeutung für den heutigen Klimaschutz hat.

Das Kyotoprotokoll führte 1997 das Kompensationsprinzip als Basis für den internationalen Klimaschutz ein: CO2-Zertifikate und CO2-Verschmutzungsrechte wurden in ein hochkomplexes System von Projekten, die der Erstellung dieser Gutschriften dienen und in deren Rahmen es vor allem im globalen Süden zu neuen sozialen Ungerechtigkeiten und auch Landnahmen kam, eingegliedert. In den letzten 20 Jahren wurde das Prinzip immer weiter diversifiziert, es entstanden Biodiversitätszerstörungsgutschriften und auch statt der eigentlich notwendigen Erneuerung der Landwirtschaft z.B. die „Climate Smart Agriculture“ als eine Maßnahme, die Kleinbauern in Afrika zu Carbon-Tradern mit ihrem eigenen Land machen soll. Großen Lebensmittelkonzernen, die diese Projekte unterstützen, wird damit die neue, aktuell zu beobachtende „Ergrünung“ ermöglicht.

Nur wenige, darunter Jutta Kill, haben von Beginn an diese Entwicklung kritisch und mahnend verfolgt.

Am 3. Juni wurde auf  3sat ein sehr guter Beitrag über die inzwischen in weiten Bereichen des Klimschutzes zum Standard werdenden CO2-Kompensationen ausgestrahlt, in der u.a. Jutta Kill zu Wort kommt. Unbedingt ansehen und weiterempfehlen.

Für eine rebellische Stadt – Agentur für urbane Unordnung Demo am 30.4.19 in Düsseldorf

brandfilme hat am 30.4. für ein Video zur Demo „Für eine rebellische Stadt“ gefilmt und einige Gespräche geführt. Aktive der Agentur für urbane Unordnung, der Kiefernstrasse, des AK47, der Brause und ein Brief aus dem AZ in Köln äußern sich zu Gentrifizierung und Mitbestimmung im Wohnungsbau. Die Musik der Demo kam vom Tiefschwarz Kollektiv.

auf vimeo ansehen

Schattenblick – RAUB/1180: Kohlestrom und Klima – das ist kein Spiel … (SB)

Bild © Gabor Fekete

Zum Artikel bei Schattenblick

ZUM “KOHLEKOMPROMISS”:
„…indem man sich gar nicht erst eingesteht, daß die Industriestaaten eine Bringschuld gegenüber den Ländern des Globalen Südens haben. Gerade das Beispiel der rohstoffarmen Bundesrepublik zeigt, daß das Erreichte keineswegs nur auf der eigenen Hände Arbeit beruht, sondern mit Hilfe eines neokolonialistischen Welthandels erwirtschaftet wurde, der den Bevölkerungen der ressourcenproduzierenden Regionen nur einen Bruchteil dessen läßt, woraus hierzulande die stoffliche Basis industrieller Wertschöpfung gebildet wird. So erfolgte das Ende der Steinkohleproduktion nicht etwa aufgrund klimapolitischer Notwendigkeit, sondern wirtschaftlicher Erwägungen – Steinkohle wird in anderen Ländern so billig gefördert, daß sogar der Transport rund um die halbe Erde noch kostengünstiger ist, als den fossilen Brennstoff wie bisher aus dem eigenen Boden zu holen….“

TALES OF RESISTANCE – THE BATTLE OF NEWBURY BYPASS

auf youtube ansehn

Erste große Waldbesetzungen zu Beginn der 1990er Jahre: Bei Newbury Bypass ging es um den Bau einer Autobahn bei Newbury, England gegen den es bis 1996 den größten Umweltprotest Europas gab, eine große Waldbesetzung mit 31 Camps entlang der geplanten Autobahn und mehreren hundert Baumhäusern. Ein spannender Film von Jamie Lowe über die mehrere Monate andauernde Räumung der vielen Camps,  aus der Sicht der damaligen Besetzer*innen, deren Schilderungen ihrer Erlebnisse von Originalaufnahmen ihrer eigenen Erlebnisse begleitet sind. Straßenbauproteste haben in England eine lange Tradition seit dem Ausbau der Autobahnnetze in den 50er Jahren und bildeten in den 1990er Jahren die uns vom Hambacher Forst bekannte Kombination von Direkten Aktionen mit Lebenspraxisexperimenten und einer radikalen Kapitalismuskritik.

ARCHIVE AND TIMELINE OF THE PROTESTS:

https://www.ukrivers.net/newburybypass/factfile.html

THE FILM BY JAMIE LOWE

Website: http://kinokast.net/tales-of-resistance-the-battle-of-the-newbury-bypass/

anima 19

A beautiful poem written by artist Tanya Ury after having seen the film BRAND (FIRE) III.

Tanya Ury – poetry, Kasander Nilist – double bass, m. p. -clarinet

 

home

to sway

not storm

-free

branches

rest in

forest

easy days

singularly

together

in tree

resistance

you were

given the

rest for

lunging at

energised

heads

taking

air from

open

mouths

infesting

it with

residue

the dues

a shade

too dark

for

breathing

lungs

so

serious

was the

play in

leaves

they

brought

you down

and green

was bought

and sold

our cry

for future

breath

beauty

died