# L277 Sieh das weite Land, das sie abreißen wollen

Sieh das Video: Unvergessene Fahrt auf der L277 nach Immerath im Sommer 2014
Das Bündnis Alle Dörfer BLEIBEN wehrt sich gegen den voranschreitenden Ausbau des Tagebaus Garzweiler 2: Am 20.7.2020 beginnt RWE mit dem Rückbau der schönsten Strasse im Rheinischen Braunkohlenrevier, der L277. Früher führte sie zwischen den Dörfern Borschemich, Immerath und Pesch im Osten und Kuckum, Keyenberg, Unterwestrich, Oberwestrich, Berverath, Lützerath und Holzweiler im Westen entlang. Diese Strasse war bei den Dreharbeiten zur Trilogie BRAND meine erste Begegnung mit den Abrißdörfern Pesch, Immerath und Borschemich. Heute sind diese abgerissen. Der Immerather Dom, der weit über das Land zu sehen war, wurde 2018 zerstört. Von allen anderen Dörfern soll nach der Planung nur Holzweiler stehen bleiben. Immer noch darf RWE sich auf das Bergrecht berufen, das den Abriß der Dörfer mit dem "Wohle der Allgemeinheit" begründet sowie mit der "Versorgung des Marktes mit Rohstoffen, der Erhaltung der Arbeitsplätze im Bergbau" und dem "Bestand oder der Verbesserung der Wirtschaftsstruktur". Völlig unbeirrt von den jahrzehntelangen Protesten der Bevölkerung und der Umweltbewegung wird RWE's, - ehemals Rheinbrauns - Abbaggerungskonzept des Rheinischen Braunkohlenreviers, das in seiner heutigen Form ca. i.J. 1950 begonnen wurde, durchgezogen. Dabei bleiben Klimawandel und Naturzerstörung die ewig externalisierten Nebeneffekte kapitalistischer Produktion, die selbstverständlich auf dem Rücken der Bevölkerung von dieser getragen werden müssen. Dass der Schutz derartig gigantischer Landschaften nicht dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen scheint, dass die Zerstörung bester landwirtschaftliche Lößböden und weiterer wunderschöner uralter Dörfer mit ihren vielen Baudenkmälern heute noch möglich ist zeigt die tiefe Spaltung zwischen Kapital und Bevölkerung, die eher größer als geringer zu werden scheint und auch mit den klimatechnischen "Lösungen" eines Green New Deals auf derselben Wachstumslogik aufbauen wird,  dieselben Ungleichheiten benötigen wird, die seit jeher den stetigen Zugriff auf das Land und die Körper anderer Bevölkerungen im globalen Rahmen möglich machen.

 

 

Verschwindende Orte – etwas Kooperation

Landkarte, ausgestellt in „Verschwindende Orte oder was uns retten kann“, einem Theaterstück von Eva Maria Baumeister Bild: ©brandfilme.org 2019

Diese Landkarte enthält ca. 80 Orte inkl. Mühlen und Weiler, die seit den 1950er Jahren für den Braunkohlenabbau weggebaggert wurden, sowie die Orte von Garzweiler II, die die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ noch retten will. Sie wurde von mir für den Film BRAND II, den Film über die Dörfer, ausgearbeitet und gebaut und findet nun auch Verwendung im Bühnenbild des Theaterstückes „Verschwindende Orte oder was uns retten kann“ von Eva Maria Baumeister. Zusätzlich sind auf dem Bild hier in rot noch die vom Tagebau Garzweiler II betroffenen Orte am Rande des Tagebaues zu sehen.

„Verschwindende Orte oder was uns retten kann“ Theaterstück von Eva Maria Baumeister hier mit dem Chor, der in BRAND II die Entwidmung des „Immerather Doms“ begleitet hat: Kirchenchor Tenholt/Granterath/Hetzerath Foto:©brandfilme.org 2019

Es hat mich sehr gefreut, als Eva Maria Baumeister mich aufgrund des Films BRAND II kontaktierte um sich mit mir über ihr geplantes Theaterstück auszutauschen, was sich nach einem ausgiebigen Treffen als sehr fruchtbar erwies:

Ausschnitte aus den brandfilme-Interviews mit Marlies Bereit (BRAND I und BRAND II), der alten Dame des Kirchenvorstandes des „Immerather Doms“, Kirche St. Lambertus, und Ausschnitte aus dem Interview mit Elisabeth Hoffmann-Heinen (BRAND II), die in den 1980er Jahren in der Initiative „Stop Rheinbraun“ sehr aktiv war und nun auch bei „Alle Dörfer bleiben“ wieder mitarbeitet, werden nun in diesem Theaterstück als Tondokumente auf die Bühne gebracht.

Marlies Bereit war in dem Interiew, das ich in ihrem Haus in Immerath-Neu im Jahr 2014 mit ihr durchführte, von Trauer erfüllt, den Tränen sehr nahe, doch sie versuchte tapfer, ihre Gefühle so wenig wie möglich zu zeigen. Ihr Mann war kurz nach der Umsiedlung plötzlich und unerwartet verstorben und auch sie verstarb im Jahr 2015. Ich bin dankbar dafür, ihre Stimme in meinen Filmen verewigt haben zu dürfen.

Susanne Fasbender

Kreative Verkehrswendeaktionen ohne Label

Foto: #autofrei #Verkehrswende #blockVW

Interview Jörg Bergstedt in der Projektwerkstatt Saasen ©brandfilme

JÖRG BERGSTADT ist Umweltaktivist und Aktionsstratege und spricht in diesem Interview über die Ursprünge und das Konzept der Projektwerkstatt Saasen als offener Raum für alle, die Aktionen durchführen wollen, über die Bedeutung von kreativen und inhaltsreichen Verkehrswendeaktionen an den Beispielen Gießen und der VW-Blockade 2019 und erläutert seine Sicht auf die Entwicklung von Aktionskonzepten, labelfreie Großaktionen und warum sie ohne Label mehr Wirkung entfalten können.

Interviews beim Feminist Futures Festival: Sarah Wansa, Jelena Miloš, Barbara Fried

Die politische Lektion, die wir "Caliban und die Hexe"entnehmen können, lautet in der Tat, dass der Kapitalismus als sozio-ökonomisches System zwingend auf Rassismus und Sexismus angewiesen ist. Denn der Kapitalismus muss die Widersprüche, die seinen gesellschaftlichen Verhältnissen innewohnen, rechtfertigen und mystifizieren: Seinem Freiheitsversprechen steht die Realität weiterverbreiteten Zwangs, seinem Wohlstandsversprechen, die ebenso weiterverbreiteten Elends gegenüber. Der Kapitalismus rechtfertigt und mystifiziert solche Widersprüche, indem er die „Natur“ derjenigen, die er ausbeutet, verunglimpft, also die der Frauen, der kolonialen Subjekte, der Nachkommen afrikanischer Sklaven und der von der Globalisierung entwurzelten Migranten und Migratinnen. Den Kern des Kapitalismus macht nicht nur die symbiotische Beziehung zwischen vertraglich geregelter Lohnarbeit und Versklavung aus, sondern auch die damit einhergehende Dialektik von Akkumulation und Vernichtung der Arbeitskraft.  Dafür haben Frauen einen hohen Preis gezahlt: mit ihren Körpern, ihrer Arbeit und ihrem Leben.
Es ist daher ausgeschlossen, den Kapitalismus mit irgendeiner Form der Befreiung in Verbindung zu bringen oder die Langlebigkeit des Systems aus seiner Fähigkeit zur Befriedidung menschlicher Bedürfnisse zu erklären. Wenn der Kapitalismus in der Lage gewesen ist, sich zu reproduzieren, dann nur aufgrund der Ungleichheit, die er in den Körper  des Weltproletariats integriert hat, sowie aufgrund seiner Fähigkeit, die Ausbeutung zu globalisieren. Dieser Vorgang entfaltet sich noch heute vor unseren Augen, wie er es die letzten fünfhundert Jahrelang  getan hat.
Der Unterschied besteht darin, dass der Widerstand dagegen heute ein globales Ausmaß angenommen hat.
aus: Caliban und die Hexe von Silvia Federici

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Sarah Wansa arbeitet im 2017 eröffneten Büro der Rosa Luxemburg Stiftung in Beirut. Sie konzentriert sich in dem Interview besonders auf die Anfänge ihrer politischen Arbeit, in der sie im Rahmen eines Jobs für eine NGO eine systematische Erfassung von geflüchteten Menschen in Haft erarbeitete, indem sie zahlreiche Besuche und Befragungen in Gefängnissen durchführte. „Der Staat entscheidet wer sichtbar und wer unsichtbar ist“. Bis heute arbeitet sie daran, diese Geschichten sichtbar zu machen. Hier geht's zum Interview
Jelena Miloš ist aktiv bei der Plattform Zagreb je NAŠ, ein Zusammenschluss von Aktivist*innen und Parlamentarier*innen in Zagreb. Es geht darum, Forderungen aus den sozialen Bewegungen direkt in die lokalen politischen Handlungsräume zu tragen, dort entscheidend mitzuwirken, gleichzeitig aber dem Kollektiv verpflichtet zu bleiben. Wie sie bereits politische Strukturen verändern konnten, ohne dabei die üblichen Kompromisse einzugehen, erzählt sie in diesem Interview.

Dr. Barbara Fried ist Leitende Redakteurin der Zeitschrift «LUXEMBURG» der Rosa Luxemburg Stiftung und ist Mitorganisatorin des Feminist Futures Festivals 2019. Sie erklärt in diesem Interview den intersektionalen Charakter des Festivals und der internationalen feministischen Bewegungen. Dabei gibt sie einen ersten Einblick in das weite Spektrum der Thematiken, die in der zur Zeit global anwachsenden feministischen Bewegung verhandelt werden.

 

Susanne Fasbender

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Gut gefülltes Kinocenter Marburg zur Vorführung DAS KONGO TRIBUNAL bei der Globale Mittelhessen 2019

UND NICHT MIT KRITISCH-ÄSTHETISCHER DISTANZ

Politischer Film und Gespräche auf der Globale Mittelhessen

Une Catastrophe

C’est la première
Strophe
d’un poème
D’amour

Jean-Luc Godard

 

Warum ich meinen Text zu dem Filmfestival Globale Mittelhessen und über einige Filme, die ich dort sah, DAS KONGO TRIBUNAL, ORO BLANCO, DER ZWEITE ANSCHLAG, THE TASTE OF CEMENT mit einem Werk der filmischen Kunst, mit Jean-Luc Godard’s Viennale-Trailer von 2008 „Une catastrophe“ überschreibe: Godard gelingt es in diesen 63 Sekunden eine universelle Äußerung über den Gegensatz von Leben und dessen gewaltförmiger Zerstörung zu erzeugen, die die ganze Katastrophe in einem alleinigen Augenblick zum Ausdruck bringt. 63 Sekunden, die die menschengemachte Vernichtung von Leben als ein einziges Gewaltverhältnis zusammenfasst, indem er vor dem Hintergrund seines lebenslangen Filmschaffens die im Video enthaltenen Elemente Ton, Bild, Wort, Schrift, Schwarzbild und Pause aus Gegensätzen und großen Entfernungen, aus historischen Zeitspannen des europäischen 20. Jahrhunderts in eine Bewegung versetzt, die diesen einen Wimpernschlag der Geschichte erzeugt. Dieses Video ist reine filmisch geschaffene Kunst, die aber mein Anliegen, das politisch ist, berührt. Ein filmisches Meisterwerk, das keine Kategorie hat und auch nicht als Maß dienen soll für das politische Filmprogramm, um das es im Folgenden geht. Von hier zu den politischen Langfilmen der Globale Mittelhessen zu kommen ist vielleicht ein Umweg, doch ich möchte hier starten,  an diesem speziellen Ort der filmischen Kunst, denn von hier ausgehend gibt es für mich kein Tabu, keine kulturelle Hierarchie, keine Abgrenzung oder Besserwisserei, wenn es um diese eine Art der Hervorbringung geht, die das Leben meint und die Utopie seiner Befreiung. So gelange ich zur Globale Mittelhessen, deren Grundidee eine emanzipatorische ist.

Gerechtigkeitsfrage auf globalem Niveau

Weltkarte der 2.956 beim Environmental-Justice-Atlas gemeldeten Fälle von Land- und Umweltkonflikten CC BY-NC-SA 3.0 https://ejatlas.org/

Wohin wir auch blicken auf diesem Globus, hören wir von Landkonflikten. Von an ihren Orten verwurzelten Bevölkerungen, die ihr Land, das sie ernährt, der Aneignung durch Konzerne ausgeliefert sehen und gezwungen sind, entweder ihre Lebenszeit einem existentiellen Widerstandskampf zu widmen oder aber zu weichen, meist mit dem absoluten Verlust von allem. Das Wissen um die Zusammenhänge der in die global verschifften Waren und ihre Rohstoffe eingeschriebenen Konflikte um Lebensraum, Arbeit, Nahrung, Wasser, Gesundheit und atembare Luft bis hin zum Überleben selbst, die am Anfang und am Verlauf der nach den Regeln der Kapitalakkumulation organisierten Warenproduktions- und handelskette liegen, ist inzwischen mehr verbreitet. Das „Alles hängt mit Allem zusammen“ lässt sich nicht mehr aus unserer täglichen Gegenwart entfernen. Die Thematisierung der Gerechtigkeitsfrage auf globalem Niveau, die über die Klimaproteste ins öffentliche Bewusstsein kam, bindet uns alle mit ein.

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Dannenröder Waldbesetzung

Die Waldbesetzung im Dannenröder Wald besteht seit Oktober 2019 und richtet sich gegen den Bau einer Autobahntrasse der A49 in Hessen.

Dannenröder Waldbesetzung Filmstill aus dem Video ©brandfilme.org

Die Aktivist*innen kämpfen setzen sich für eine Verkehrswende ein

Feminist Futures Festivalbericht Teil 1

„Wir sind sichtbar im Namen aller vergessenen Frauen.“

Ruhrjugend eröffnet das Feminist Futures Festival in der Zeche Zollverein

"Lasst uns voneinander kämpfen lernen!" Foto: ©2019 by brandfilme

„Als nicht-weisse, nicht-akademische Frauen waren wir lange unsichtbar. Und heute stehen wir hier und begrüßen euch. Als Aktivist*innen der Ruhrjugend, als Kanackfrauen und Kinder von Gastarbeiter*innen. Wir sind sichtbar im Namen aller vergessenen Frauen. Im Namen von Emine Bulut und im Namen Farkhundas. Wir waren zu lange ungehört, wurden zulange zerrieben zwischen bürgerlichen weissen Frauen, die unsere Stimme sein wollten und nicht-weissen Männern, die für uns sprachen - heute sind wir selbst laut! Laut für eine feministische Zukunft! Lasst uns einander zuhören und einander stärken! Lasst uns reflektieren, hinterfragen und verbessern! Lasst uns Kämpfe vereinen, statt sie zu vereinnahmen. Lasst uns voneinander kämpfen lernen! Für eine feministische Zukunft!“
„Hier und heute schaffen wir einen Raum, der über nationale, klassistische und rassistische Grenzen hinweg Feminist*innen zusammenbringt. Dieser Ort, diese Zeche ist Sinnbild für unsere Position in der Gesellschaft. Eine Sphäre der Männlichkeit einerseits. Ein Ort, den wir uns aneignen allein durch unsere Präsenz. Eine Sphäre der Lohnarbeit, ein Symbol unserer Klasse. Er symbolisiert die Gastarbeit, Einwanderung, Migration, vielleicht sogar Heimatlosigkeit. Und zugleich ist dieser Ort ein Teil Identifikation, ein Stück Zuhause mitten im Ruhrgebiet. Dieses Festival ist die einmalige Gelegenheit für uns alle, einen neuen intersektionalen und solidarischen feministischen Kampf zu organisieren. Und ja, wir wollen kämpfen. Wir wollen unsere Kämpfe nicht mehr diktieren lassen. Wir wollen eigenständig und eigenhändig kämpfen.“

Aus dem Inneren der Einwander*innen-Arbeiterklasse 
An diesem historischen Ort der Zeche Zollverein jene Stimmen zur Eröffnung des Feminist Futures Festivals erleben zu dürfen, die als Kinder von Arbeiter*innen und Gastarbeiter*innen im fossilen Kapitalismus und hier speziell im Steinkohlenbergbau einen besonderen Schwerpunkt in der antikapitalistischen Analyse eines

Kalligraphie im Ruhrgebiet

Feminismus repräsentieren, der gerade dabei ist, sich transnational zu formieren - das hat mich tatsächlich sehr gefreut. Ja, es hat mich gepackt, als sie plötzlich auf die noch leere Bühne sprangen, ihr Banner aufrollten „Rassismus tötet. Wir wehren uns!“ und ihre Stimmen erhoben. Stimmen und Präsenz von Menschen, die an der Front der Arbeit und Migration aufwuchsen. Die Aktivist*innen der Ruhrjugend repräsentieren beispielhaft die Bedeutung, die das Aufziehen der Kinder, die Haus- und Sorgearbeit-, die gesamte unbezahlte Reproduktions-arbeit für die Kapitalakkumulation und das Bruttosozialprodukt einer Gesellschaft haben. Dieser umfassende Bereich des Lebens, der es ihren Eltern und mehrheitlich den Vätern, den Arbeitern im Steinkohlebergbau, überhaupt erst ermöglichte, arbeiten zu gehen. (Siehe auch das Interview mit Cinzia Arruzza)
Die Ruhrjugend hat mit ihrer authentischen und radikalen Eröffnungsrede aus dem Inneren der Einwanderer*innen-Arbeiterklasse heraus einen Punkt an den Anfang des Feminist Futures Festivals gesetzt, den wir bei der nachfolgenden Kritik an einer insgesamt zu weissen akademischen Besetzung des Vorbereitungskreises des Festivals nicht vergessen sollten.
Verhundertfachen wir doch einfach ihre Stimmen! Überbrücken wir unser quantitatives (und qualitatives) Manko - denn es hätten mehr migrantische und Schwarze Aktivist*innengruppen aus der BRD eingeladen werden müssen - und geben wir dem Auftritt der Ruhrjugend  ein in diesem Sinne notwendiges qualitativ vielfaches Maß. „Als nicht-weisse, nicht-akademische Frauen* waren wir lange unsichtbar. Und heute stehen wir hier und begrüßen euch.“ Das ist mehr als die Minuten dieses Auftrittes. Es ist eine neue Präsenz, die den Anfang einer Wende hin zu viel mehr Migrant*innen in den inneren Kreisen der sozialen Bewegungen in der BRD bedeuten kann, der auch mit großem Beifall zur Eröffnung und einem überfüllten späteren Workshop der Ruhrjugend unter dem Titel: „Intersektionalisiert euch! Überforderte Linke: nicht-weiß, nicht-akademisch, nicht-links – was tun?“ beantwortet wurde. „Die Menschen sassen bis auf den Flur“ sagt eine von ihnen. Und auch mit diesem Workshop, den ich selber nicht besuchen konnte, haben sie einen Nerv getroffen.
Seit langem vermisse ich Menschen of Color in der BRD-Klimagerechtigkeitsbewegung. Ich vermisse sie als Mit-Organisator*innen, Sprecher*innen und Mit-Entscheider*innen. Wie oft höre ich: „Wir sind eine weiße Mittelklasse-Bewegung und müssen aus unserer Blase heraus.“ Sollten wir nicht diesem Problem intensiver nachgehen und dadurch auch eigene Sichtbarkeiten und festgelegte soziale Rollen innerhalb der Bewegung nach hinten stellen? Mit diesen und anderen Gedanken zu Widersprüchlichkeiten, die mich in der Klimagerechtigkeitsbewegung beschäftigen, fuhr ich zum Feminist Futures Festival. Ausgestattet mit meiner Videokamera und Tonaufnahmegerät, aufgeregt, weil ein für mich eher neues Umfeld und ahnend, dass es ein Arbeitsmarathon wird, das ich mal so zwischendurch einfüge. Das wurde es, und ich blieb alle vier Tage.
Die Sphäre des fossilen Kapitalismus feministisch beleben

Zeche Zollverein in Essen: Die Sphäre der Lohnarbeit feministisch beleben   Foto: ©2019 by brandfilme

 

„Eine fundamentale Umwälzung der Geschlechterverhältnisse würde den Kapitalismus im Mark treffen.“
So Barbara Fried vom Vorbereitungskreis in der nächsten Eröffnungsrede. Inspiriert u.a. von dem argentinischen Nationalen Frauen*treffen, das 2019 zum 34. Mal stattfindet und zu dem dieses Jahr mehr als 70.000 Frauen und Queers erwartet werden, haben die Rosa Luxemburg-Stiftung, das Konzeptwerk Neue Ökonomie und das Netzwerk Care Revolution das Feminist Futures Festival mit Teilnehmer*innen aus über 40 verschiedenen Ländern der Welt und ca. 1500 Besucher*innen ins Leben gerufen.

Eröffnungsveranstaltung Feminist Futures im gefülltem Saal   Foto: ©2019 by brandfilme

 

 

„Was zur Zeit passiert, ist wirklich beeindruckend.  Die Massendimension und die politische Qualität der feministischen Bewegung, dieses neuen Feminismus auf der ganzen Welt ist absolut erstaunlich.“
Cinzia Arruzza über ihre Reisen zu internationalen Feministischen Treffen. Dabei geht es um eine antikapitalistische Schlagkraft, die Feminismus
„als Gegenpol zum Angriff auf die Rechte von Frauen, Migrant*innen und LGBTIQs und vielen anderen“ in der Kombination mit „der ökonomischen Kritik an dem auf Geschlechtertrennung und geschlechtlichen Arbeitsteilung basierenden Kapitalismus“ in der Lage ist zu entfalten, so Barbara Fried weiter. Er zielt „auf das Ganze der Arbeit und hat somit auch das ganze Leben im Blick“.
„Wir wollen nicht mehr Frauen mit individueller Macht, wir wollen die Macht zurück zur Mehrheit der Menschen"
Zitat aus dem Videointerview mit Cinzia Arruzza. Sie ist Philosophin an der New School of Social Research in New York und Co-Autorin des Buches und Manifestos „Feminismus für die 99%“ (in der dt. Übersetzung im Verlag Matthes & Seitz, Berlin)
Sie gibt uns in diesem Interview eine vertiefende und auf die heutige Zeit bezogene Erklärung zur ökonomischen Analyse der reproduktiven Arbeit, spricht über die Fähigkeit des Feminismus unterschiedliche Kämpfe zu vereinen und über die Frage nach dem Klassencharakter sozialer Bewegungen. Sie spricht über die besondere Bedeutung der indigenen Kämpfe für die Umweltbewegung, über die Rolle von Männern in der Bewegung und darüber wie Feminismus sich verändert hat. Zitat: „…weniger normativ, viel offener für die verschiedenen Arten und Weisen, wie Subjektivitäten eine Rolle spielen“. Sie spricht über Feminismus als trans-feministische Bewegung, die Bedeutung der Vereinigung von Frauenstreik und Arbeitsstreik, über die Überwindung der Trennung von Theorie und Praxis und zu guter Letzt natürlich von der Ablehnung eines Feminismus der für Chancengleichheit in der Herrschaft kämpft „equal opportunity in domination“, der eben kein Problem mit Ausbeutung hat.
Sieh das Interview (38 min) auf Vimeo. Eine Übersetzung ins deutsche wird später folgen. (Jede Hilfe, von der Transkription zur Übersetzung bis zum Erstellen von SRT-Untertiteldateien wird gerne angenommen.)

link to the interview with Cinzia Arruzza at Feminist Futures ©brandfilme

Eine feministische Basis
Vielleicht, so denke ich, rührt daher auch der befreiende Charakter dieser feministischen Bewegung. „Das ganze Leben im Blick“. Dieser zeigte sich zum Abschluss des Festivals und in Bezug auf eine in meinen Augen notwendigerweise unbedingt offene und streitbare kommunikative Praxis einer sozialen Bewegung konkret in der Kritikfähigkeit der Veranstalter*innen. Die Kritik lautete verkürzt: Zu weiss, zu akademisch, zu sehr Mittelklasse.
Die Gruppe der Brückenbauer*innen hatte es zur Eröffnung des Festivals bereits formuliert: Sie wollten als Gruppe des Vorbereitungskreises verhindern, dass die Perspektiven von Schwarzen Frauen*, migrantischen Frauen* und Frauen* of Colour, Feminist*innen aus der Armuts- und Arbeiter*innenklasse, Queers, Queers of Colour, Trans- oder erwerbslose Aktivist*innen hinter denen weißer, bürgerlicher Mittelklassefeminist*innen, Akademiker*innen und Erb*innen zurücktreten.

Der Feminist Futures Festival Vorbereitungskreis stellt sich vor   ©2019 brandfilme

Und Francis speziell legte Wert auf die Präsenz von
Zitat: „Arbeiter*innenkindern, Feminist*innen aus Armuts- oder Arbeiter*innenkontexten, Prololesben, Leute die in Gewerkschaften aktiv sind. Und ich fand das garnicht so einfach und ich würde euch gerne auffordern im Laufe des Festivals selbstkritisch zu überlegen, inwieweit das eigentlich gelungen ist“.

Feminist Futures: Erfahrene Moderatorin für Großveranstaltungen Jutta  ©2019 brandfilme

Der Boden für eine selbstkritische Auseinandersetzung war gelegt und auch wenn es noch nicht richtig gelungen ist: Dass jegliche Befreiung von Teilung, Trennung und Diskriminierung auch in der Betrachtung möglicher eigenen Teilhabe im Fokus liegt, ich habe diesen Eindruck trotz Scheitern und Verfehlen gewonnen. Die ständige Überprüfung möglicher eigener Vorurteile und Prägungen sowie der eigenen Motive, warum und wofür ich etwas mache ist mir ein ohnehin verläßliches Werkzeug. Die Kritik wurde zum Abschluss zuerst auf die Bühne gebracht und dann von den beiden Moderator*innen Britta und Jutta in einer Gesamtrunde mit spontanen Redebeiträgen hervorgeholt.
Es entstand dabei eine Offenheit, die die Entwicklung zu einer vielleicht wirklich großen Bewegung, die in der Lage ist, mit all den Widersprüchen umzugehen, braucht. Feminismus sollte eigentlich die Basis und nicht ein Teil jeder sozialen Bewegung sein, wird mir in diesen Tagen klar, da es scheint, als sei hier ein gegenseitiges Versprechen zu einem ehrlicheren kollektiven Herangehen im Raum. Eine feministische Grundlage wäre vielleicht die Lösung gegen die immer wieder sich einschleichenden patriarchalen Muster in sozialen Bewegungen, die trennen, teilen, ausschließen und Wettbewerbe um soziale Anerkennungen fördern. Da ist dann insgesamt einfach mehr diffuse Angst in der Luft. Wo sich soziale Verhaltensweisen entwickeln, die Menschen, die gerne dazukommen würden, daran hindern oder sie sich „verabschieden aus geteilten Räumen“, wie Atlanta von den Brückenbauer*innen es formulierte. Das stets kritikfähige Kollektiv ist also ein Muß. Das es das hier gab, hat mir Mut gemacht und auch mich gestärkt.
„Ich will den Gästen, den Referent*innen danke sagen, die aus dem Ausland hergekommen sind, den Weg und die Strapazen auf sich genommen haben, hierher zu kommen, um ihre Kämpfe und Strategien vorzustellen, so dass wir uns vernetzen können. Bei mir macht sich so ein kleiner Abschiedsschmerz schon breit, weil ich denke, das war viel zu kurz und ich habe ein ganz großes Bedürfnis da nochmal mehr mitzukriegen und tatsächlich über konkrete nächste Schritte nachzudenken, wie wir transnational zusammenarbeiten können, wo natürlich diese 2,3,4 Tage viel zu kurz waren.“ Eine Teilnehmerin.

Mails aus Borneo: „In Sumatra sind sogar in Palembang 76.000 Opfer“

„Jetzt gibt es riesige Proteste in Indonesien, die fordern dass die Regierung zurücktritt. Es ist mittlerweile der Regierung bekannt, das sämtliche Feuer von Unternehmen gelegt werden, aber die Namen der Firmen will die Regierung nicht preisgeben, das sorgt für riesigen Aufruhr. Tausende Studenten sind auf dem Weg in die Hauptstadt. Und vor allem weil das Anti-Korruptions-Ministerium außer Kraft gesetzt wurde.

Palangkaraya, 19. September 2019. ES PASSIERT WIEDER. Die Rauchschleier-Tragödie des Mega-Feuers 2015, bei der die Umgebung gelb wurde, könnte sich wiederholen. LAPAN Satellitendaten zeigen vom 12. bis 19. September 17.997 aktive Hotspots in allen Provinzen von Kalimantan. Der Indonesische Nationale Rat für Katastrophenmanagement (BNPB) hat festgestellt, dass 2019 in Indonesien mindestens 328.724 ha Land verbrannt werden. Seit den ersten Mega-Feuern von 1983 brannten in Borneo rund 7 Millionen Hektar Wald. Die wiederkehrenden Brände sind das Vermächtnis von 50 Jahren Entwaldung in Borneo (CIFOR). Torffeuer setzen Feinstaub (PM2,5) frei, schädliche Schadstoffe, die kleiner als Staub sind und klein genug, um in die Lunge und den Blutkreislauf zu gelangen. PM 2.5 Inhalation über einen langen Zeitraum führt zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen; URI, Durchfall und sogar NASOPHARYNX Krebs. 10.000 Menschen in jeder Provinz von Kalimantan sind von einer Infektion der oberen Atemwege betroffen:“

Mails aus Borneo: „BORNEO BRENNT!“

Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Ranu Walum Foundation

Diese Mail erreichte mich heute aus Indonesien, Borneo (Kalimantan):

„Eine Freundin von mir hat Aufnahmen in Borneo gemacht, ist aber schon nach einer Woche zurück, weil sie auch lungenkrank geworden ist. Das gleiche passiert in Sumatra und die Regierung schweigt und schickt keine Hilfe und es gibt jetzt die ersten großen Proteste deswegen in Jakarta. Sämtliche Flüge nach und von Borneo gestrichen. Die Leute brauchen dringend Masken, damit sie überleben können. Dafür sammeln jetzt Dayakorganisationen Geld, sonst ersticken da alle:“

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung der Ranu Walum Foundation

AUFRUF ZU KONKRETER AKTION!

http://www.ranuwelum.org/news/urgent-action-is-needed-now

Während wir unsere vier Unterkünfte in Palangka Raya für die Öffentlichkeit öffnen, gehen wir jeden Tag in Gebiete außerhalb der Hauptstadt Palangkaraya in Zentralkalimantan, diese Gebiete sind so stark von der Dunstbildung durch Waldbrände betroffen, aber nicht jeder hat Zugang zum Gesundheitsschutz und auch nicht zum Kauf geeigneter Masken. Die Luftqualität ist äußerst schlecht, aber nicht alle Menschen benutzen die richtige Maske, um sich selbst zu schützen, deshalb müssen wir, die die Möglichkeit dazu haben, #act2give, – die Masken, die wir von den Spenden erhalten haben, verteilen.

2322 Hotspots:

http://modis-catalog.lapan.go.id/monitoring/

Wir brauchen wirklich Tausende von N95-Masken, Milch, Vitamine für die Menschen hier. Wenn du hier spenden möchtest, ist der Link http://www.ranuwelum.org/donate

Oder wenn Sie mit uns persönlich darüber sprechen möchten, wie Sie sich an dieser Arbeit beteiligen können, kontaktieren Sie mich bitte, ich bin der Koordinator des Jugendgesetzes. Hier ist meine Nummer +6289623741236

Mit Partnerschaft und Zusammenarbeit ist alles möglich. Dies ist die beste Zeit zum Geben, denn wir kämpfen nicht nur für die DAYAKS oder KALIMANTAN, sondern für diesen Planeten, für uns alle!

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Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

 

Lehrer und Unterstützer – ein Gedicht von Amir Mortasawi

(25.7.2019)

Im alltäglichen Kampf gegen den Kapitalismus

als eine Lebensweise im weitesten Sinne

mit einer erbärmlichen Betrachtung des Daseins

und einer verkümmerten Bedeutung der Liebe

habe ich besondere Lehrer und Unterstützer:

Das Storchenpaar auf der anderen Seite der Fulda

in seinem Nest auf dem hohen Gestell

die grauen Jungschwäne am Breitenbacher See

die Fischreiher auf den Fuldawiesen

die Obstbäume am Rande der Fahrradwege

die Wiesen mit ihrer Blütenpracht

die Kornfelder und Kleingärten

Menschen, die ich therapeutisch begleite

und Kinder mit ihren blühenden Phantasien

https://amirmortasawi.wordpress.com/

 

Minerva Cuevas zu Gast in Düsseldorf

©Minerva Cuevas

Auf der Alle Dörfer bleiben-Demo im Juni im Rheinischen Braunkohlenrevier lernte ich Minerva Cuevas aus Mexiko City kennen. Sie ist zur Zeit als Atelierstipendiatin in Mönchengladbach und ich besuchte sie in ihrem Studio. Erst da realisierte ich, wie umfassend und beeindruckend ihr politisches und künstlerisches Werk ist. Grafiken, Malerei, Video und Installationen: Jedem ihrer Werke wohnt ein tiefer und unmittelbarer Ausdruck sozialer Kritik inne, der die Schicht des Unwissens auf der high- definition-Oberfläche der Warenwelten aufreißt und messerscharf an die Gewalt im Produktionsablauf dieser Produkte erinnert. Dabei scheint sie mit gestalterischer Leichtigkeit vorzugehen, aber vor allem: mit großer künstlerischer Kraft.  Ich freue mich, dass sie am 7.8. einen Abend lang im Kulturcafé Solaris über ihr Werk berichten wird.

Eine mail aus Hamburg nach einem BRAND II Abend

Es war ein super Abend: der Film ist großartig (andere sagten auch “ anstrengend aber im positiven Sinn“, „sehr einnehmend“, “ unglaublich viele Perspektiven aufzeigend“, „dicht dran“, “ hat mich betroffen und wütend zugleich gemacht“ usw. usw. Einer sagte auch „Brand I fand ich besser, hier war für meinen Geschmack zu viel Kirche und Heimatmuseum drin. Trotzdem super Film“  …. Ich selbst fand ihn enorm gut gemacht, dieser Wechsel zwischen Input-Szenen und Landschaft, persönlichen Zugängen und Wissenschaft… Auf jeden Fall so, dass ich ihn nochmal gucken will irgendwann! Und ich bin schwer beeindruckt über den Aufwand, den Du da getrieben hast. Hammer.

Foto: im Hausmuseum Otzenrath Hochneukirch von Inge Broska

 

CO2-Reduktion, „Netto-Null“ und die grünen „Opportunities“

Kritischer 3sat-nano-Beitrag zu CO2-Kompensationen

Hier ansehen

Heute müssen wir aufmerksam verfolgen, welche Maßnahmen unter dem Oberbegriff Klimaschutz festgelegt werden, wie die Projekte also genau aussehen, die in die konkrete Realität hinein umgesetzt werden: In BRAND I erklärt die Biologin Jutta Kill das Prinzip der Kompensation und spricht vom „Vermächtnis des Kyotoprotokolls“, welches eine grundlegende Bedeutung für den heutigen Klimaschutz hat.

Das Kyotoprotokoll führte 1997 das Kompensationsprinzip als Basis für den internationalen Klimaschutz ein: CO2-Zertifikate und CO2-Verschmutzungsrechte wurden in ein hochkomplexes System von Projekten, die der Erstellung dieser Gutschriften dienen und in deren Rahmen es vor allem im globalen Süden zu neuen sozialen Ungerechtigkeiten und auch Landnahmen kam, eingegliedert. In den letzten 20 Jahren wurde das Prinzip immer weiter diversifiziert, es entstanden Biodiversitätszerstörungsgutschriften und auch statt der eigentlich notwendigen Erneuerung der Landwirtschaft z.B. die „Climate Smart Agriculture“ als eine Maßnahme, die Kleinbauern in Afrika zu Carbon-Tradern mit ihrem eigenen Land machen soll. Großen Lebensmittelkonzernen, die diese Projekte unterstützen, wird damit die neue, aktuell zu beobachtende „Ergrünung“ ermöglicht.

Nur wenige, darunter Jutta Kill, haben von Beginn an diese Entwicklung kritisch und mahnend verfolgt.

Am 3. Juni wurde auf  3sat ein sehr guter Beitrag über die inzwischen in weiten Bereichen des Klimschutzes zum Standard werdenden CO2-Kompensationen ausgestrahlt, in der u.a. Jutta Kill zu Wort kommt. Unbedingt ansehen und weiterempfehlen.