CO2-Reduktion, „Netto-Null“ und die grünen „Opportunities“

Kritischer 3sat-nano-Beitrag zu CO2-Kompensationen

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Heute müssen wir aufmerksam verfolgen, welche Maßnahmen unter dem Oberbegriff Klimaschutz festgelegt werden, wie die Projekte also genau aussehen, die in die konkrete Realität hinein umgesetzt werden: In BRAND I erklärt die Biologin Jutta Kill das Prinzip der Kompensation und spricht vom „Vermächtnis des Kyotoprotokolls“, welches eine grundlegende Bedeutung für den heutigen Klimaschutz hat.

Das Kyotoprotokoll führte 1997 das Kompensationsprinzip als Basis für den internationalen Klimaschutz ein: CO2-Zertifikate und CO2-Verschmutzungsrechte wurden in ein hochkomplexes System von Projekten, die der Erstellung dieser Gutschriften dienen und in deren Rahmen es vor allem im globalen Süden zu neuen sozialen Ungerechtigkeiten und auch Landnahmen kam, eingegliedert. In den letzten 20 Jahren wurde das Prinzip immer weiter diversifiziert, es entstanden Biodiversitätszerstörungsgutschriften und auch statt der eigentlich notwendigen Erneuerung der Landwirtschaft z.B. die „Climate Smart Agriculture“ als eine Maßnahme, die Kleinbauern in Afrika zu Carbon-Tradern mit ihrem eigenen Land machen soll. Großen Lebensmittelkonzernen, die diese Projekte unterstützen, wird damit die neue, aktuell zu beobachtende „Ergrünung“ ermöglicht.

Nur wenige, darunter Jutta Kill, haben von Beginn an diese Entwicklung kritisch und mahnend verfolgt.

Am 3. Juni wurde auf  3sat ein sehr guter Beitrag über die inzwischen in weiten Bereichen des Klimschutzes zum Standard werdenden CO2-Kompensationen ausgestrahlt, in der u.a. Jutta Kill zu Wort kommt. Unbedingt ansehen und weiterempfehlen.

Für eine rebellische Stadt – Agentur für urbane Unordnung Demo am 30.4.19 in Düsseldorf

brandfilme hat am 30.4. für ein Video zur Demo „Für eine rebellische Stadt“ gefilmt und einige Gespräche geführt. Aktive der Agentur für urbane Unordnung, der Kiefernstrasse, des AK47, der Brause und ein Brief aus dem AZ in Köln äußern sich zu Gentrifizierung und Mitbestimmung im Wohnungsbau. Die Musik der Demo kam vom Tiefschwarz Kollektiv.

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Schattenblick – RAUB/1180: Kohlestrom und Klima – das ist kein Spiel … (SB)

Bild © Gabor Fekete

Zum Artikel bei Schattenblick

ZUM “KOHLEKOMPROMISS”:
„…indem man sich gar nicht erst eingesteht, daß die Industriestaaten eine Bringschuld gegenüber den Ländern des Globalen Südens haben. Gerade das Beispiel der rohstoffarmen Bundesrepublik zeigt, daß das Erreichte keineswegs nur auf der eigenen Hände Arbeit beruht, sondern mit Hilfe eines neokolonialistischen Welthandels erwirtschaftet wurde, der den Bevölkerungen der ressourcenproduzierenden Regionen nur einen Bruchteil dessen läßt, woraus hierzulande die stoffliche Basis industrieller Wertschöpfung gebildet wird. So erfolgte das Ende der Steinkohleproduktion nicht etwa aufgrund klimapolitischer Notwendigkeit, sondern wirtschaftlicher Erwägungen – Steinkohle wird in anderen Ländern so billig gefördert, daß sogar der Transport rund um die halbe Erde noch kostengünstiger ist, als den fossilen Brennstoff wie bisher aus dem eigenen Boden zu holen….“

Zeitzeugin der Braunkohle

AURELIA KIRSCHBAUM war 40 Jahre lang Krankenschwester in Grevenbroich, nahe dem Kraftwerk Frimmersdorf. Sie kämpfte Jahrzehnte

Aurelia Kirschbaum Link zum Interview ©brandfilme 2018

für eine Aufklärung der Gesundheitsschäden durch die Braunkohlekraftwerke, und dokumentierte als Zeitzeugin eine wachsende Zahl von Krebserkrankungen in der Umgebung.

Uranabbau auf Diné (Navajo) Land

LEONA MORGAN  Leona Morgan, eine Diné berichtet von dem durch Uranabbau

Leona Morgan Uranium Mining on Diné (Navajo) Land Link to the Interview ©brandfilme 2018

kontaminierten Land der Diné (Navajo) Kultur in New Mexico. Sie kam nach Deutschland um ihre Kämpf gegen Uranabbau mit dem hiesigen zu verbinden, denn auch Uran ist nicht kohlefrei, und auch das europäische Unternehmen URENCO (1/3 RWE und EON) betreibt Urananreicherung in New Mexico. "How do we make our fights one?"

Sudan: Überleben bei 50°

NESSRIN HAMDOON war eingeladen auf das Klimacamp Rheinland 2018 und berichtet in diesem Interview vom Klimawandel im Sudan:

Nessrin Hamdoon Klimacamp im Rheinland: Interview ©brandilme.org

Menschen können bei 50° schwer überleben und das Klimachaos zerstörte bereits 18 Mio. ha landwirtschaftlicher Fläche.

Steinkohleimporte aus Kolumbien

NARLIS GUZMÁN ist Aktivistin und Menschenrechtsverteidigerin. Sie berichtet von den sozialen und ökologischen Auswirkungen der

Narlis Guzmán Steinkohleimporte nach Deutschland Interview ©brandfilme.org

gigantischen Steinkohlentagebaue in Kolumbien und fragt Deutschland nach seiner Verantwortung für die Steinkohleimporte aus ihrem Land.

TALES OF RESISTANCE – THE BATTLE OF NEWBURY BYPASS

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Erste große Waldbesetzungen zu Beginn der 1990er Jahre: Bei Newbury Bypass ging es um den Bau einer Autobahn bei Newbury, England gegen den es bis 1996 den größten Umweltprotest Europas gab, eine große Waldbesetzung mit 31 Camps entlang der geplanten Autobahn und mehreren hundert Baumhäusern. Ein spannender Film von Jamie Lowe über die mehrere Monate andauernde Räumung der vielen Camps,  aus der Sicht der damaligen Besetzer*innen, deren Schilderungen ihrer Erlebnisse von Originalaufnahmen ihrer eigenen Erlebnisse begleitet sind. Straßenbauproteste haben in England eine lange Tradition seit dem Ausbau der Autobahnnetze in den 50er Jahren und bildeten in den 1990er Jahren die uns vom Hambacher Forst bekannte Kombination von Direkten Aktionen mit Lebenspraxisexperimenten und einer radikalen Kapitalismuskritik.

ARCHIVE AND TIMELINE OF THE PROTESTS:

https://www.ukrivers.net/newburybypass/factfile.html

THE FILM BY JAMIE LOWE

Website: http://kinokast.net/tales-of-resistance-the-battle-of-the-newbury-bypass/

NGO’s im Hambacher Forst

Eine andere Perspektive auf “hambi bleibt” als Massenbewegung Luna und Mike von der Hambacher Forst Waldbesetzung im Gespräch mit

Luna und Mike vom Hambacher Forst über Hambi bleibt als Massenbewegung Interview ©brandfilme

brandfilme.org am 7.10.2018 über das Verhältnis der NGO's, die zur Großdemo am 6.10.2018 im Hambacher Forst aufgerufen hatten zu dem politischen Kampf der Waldbesetzung.